Blockchain kommt in der Realwirtschaft an – So verlief das Innovationsforum

Mehr als 120 Blockchain-Interessierte folgten dem Ruf des „Innovationsforum Blockchain“ Mitte November nach Hamburg. In einem innovativen Kongress- und Workshop-Format lernten die Teilnehmenden in Vorträgen  mehr zu den Grundlagen der Technologie sowie den rechtlichen Aspekten. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden – u.a. aus den Bereichen Logistik, Finanzen, Energie – mit der B4-Methode (Blockchain Business Building Blocks) eigene Usecases  erarbeiten.

Tag 1
Der Vormittag stand zunächst im Zeichen kurzer, einführender Vorträge. Frank Bolten (Chainstep) erläuterte zum Auftakt die Grundlagen der Blockchain-Technologie. Oliver Süme (Fieldfisher und Vorstandsvorsitzender beim Eco-Verband) beleuchtete in seinem Vortrag die rechtlichen Aspekte. Tobias Seidl (SICOS) ergänzte dann die Sicht eine Startups auf das bestehende Blockchain-Ökosystem und die derzeitigen regulatorischen Vorschriften für Initial Coin Offerings. Prof. Markus Nüttgens, Nils Neidhardt und Florian Bartsch stellten abschließend die auf dem Kongress erstmals erstmals eingesetzte B4-Methode (Blockchain Business Building Blocks) näher vor.

Anschließend begann in den Workshops mit Unterstützung des Teams von Komfortzonen die Arbeit entlang der B4-Methode.  Zunächst hoben die Teilnehmenden durch einleitende Fragen mögliche Usecases, die dann durch den Einsatz von Templates, Flowcharts sowie einem eigens dafür entwickelten Kartenspiel (zum Einfluss der Blockchain auf digitale Geschäftsmodelle) weiter ausgearbeitet wurden. Der vierte Track hatte sich in parallelen Session zunächst mit Design Thinking-Methode (unter Anleitung von Uve Samuels), später mit Lego-Prototyping (mit freundliche Unterstützung Stefanie Krügl/Open Bit e.V.) beschäftigt.

Tag 2
Den zweiten Tag eröffnete der international renommierte Blockchain-Experte, -Autor und -Mentor William Mougayar. Der Kanadier betonte in seiner Keynote, dass Tokens keinen Selbstzweck bildeten, sondern ihren Market-Fit unter Beweis erst unter Beweis stellen müssten, ehe von einem nachhaltigen Erfolg gesprochen werden könnte. 

Anschließend setzten die Gruppen ihre Arbeiten mit B4 fort und bereiteten ihre Usecases für den großen Blockchain-Marktplatz auf. Mit Postern, Videos und Vorträgen warben die Teams um die Bitcoin-Spielmünzen und Visitenkarten der anderen Teilnehmer.

Den Publikumspreis (meiste Bitcoins) sicherte sich  das Team mit dem Arbeitstitel „Mikro-Versicherungen für Elementarschäden in Schwellenländern„. „Wir wollen mit unserer Idee möglichst viele Intermediäre ausschalten und für die 2,5 Milliarden Menschen, die mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen müssen, eine Versicherungslösung generieren“, sagte Teammitglied Philipp Seebohm.

Den Jurypreis gewann „Make Rail Easy“ vor „Hack.Io“. Das Team um Jöran Kinzel will durch den Einsatz der Blockchain-Technologie eine Kurzzeitmiete im Waggonverleih (bislang eher 10-20 Jahre) ermöglichen und so eine bessere Abfederung von industriellen Produktionsspitzen und Maintainence zu ermöglichen.

Wie geht es weiter?
Gleich fünf der 20 Arbeitsgruppen kündigten an, ihre Blockchain-Idee 2018 weiter verfolgen zu wollen. Das Team vom Innovationsforum freut sich, mit seiner Veranstaltung einen ersten Anschub dazu gegeben zu haben. Bis zum Ende der Projektlaufzeit im Februar 2018 werden wir die Teams weiter mit Rat und Tat unterstützen. 

Ebenfalls in Planung für 2018 sind ein bis zwei weitere Meetups. Die Termine werden rechtzeitig über unsere Meetup-Gruppe kommuniziert.